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Malteser Magdeburg

Ehrenamtliche Hospiz- und Trauerbegleiter auf Reisen

„Letzte Lieder“ – eine multimediale Buchlesung machte Station in Haldensleben

02.07.2019

„Ich bin ein Reisender….“ so begann Stefan Weiller seine multimediale Buchlesung am Samstag, den 29.Juni um 19 Uhr in der Kulturfabrik Haldensleben. Im ersten Moment entstand ein wenig Verwirrung, es geht doch um „Letzte Lieder“, um Musik, die Menschen am Lebensende bewegt und nicht um einen Reisebericht. Schnell zeigte sich aber, dass er von seiner eigenen Lebensreise erzählte. Auf dieser Lebensreise wurde er als junger Journalist in ein Hospiz gerufen, um ein Interview mit einer sterbenden Frau zu führen. Mit großer Aufregung und allen möglichen, nicht nur guten, Vorstellungen ging er ins Hospiz und wurde im Zimmer der Frau mit dem Lied „Immer wieder sonntags“ von Cindy und Bert begrüßt. Er hatte mit allem gerechnet, nur nicht damit. So begannen seine Reisen zu Menschen am Lebensende, in Hospizen. Mit ihnen sprach und spricht er über Lieder, Melodien, die ihnen am Lebensende wichtig und bedeutsam sind. Er erzählte von den Begegnungen und den Lebensgeschichten der Sterbenden. So hörten wir von einem Kölner, einem großen Verehrer von Frank Sinatra und seiner Heimatstadt Köln, der seine Kölner Version von „My Way“ hinterließ. „Weißt Du, wie viel Sternlein stehen“ sang und summte Oles Mutter gemeinsam mit der ganzen Familie am Bett ihres sterbenden Kindes im Kinderhospiz.  Ein Mann, der schon länger im Hospiz lag und sich schon mehrfach von der Familie und Freunden verabschiedet hatte, meinte sein Lied wäre wohl „Lebt denn der alte Holzmichl noch“, da er trotz unheilbarer Diagnose länger am Leben blieb als erwartet. Stefan Weiller erzählte noch viele Lebensgeschichten Sterbender, traurige, lustige und vor allem bewegende, welche er mit den entsprechenden Liedern untermalte. Am Schluss des Abends war es somit fast unvermeidbar, dass alle Zuhörer mit in das Lied „Der Mond ist aufgegangen“ einstimmten und gemeinsam sangen. Der von den Malteser Hospizdiensten Zerbst, Magdeburg und Haldensleben organisierte Abend zog neben den ehrenamtlichen Hospiz- und Trauerbegleitern auch einige interessierte Menschen der Stadt Haldensleben an, so dass der Saal gut gefüllt war. Alle gingen mit neuen Eindrücken und vielleicht auch Einsichten über das Leben nach Hause. Die multimediale Buchlesung war für die ehrenamtlichen Hospiz- und Trauerbegleiter an diesem Tag die letzte Etappe ihrer Tagesreise. Zuvor wanderten alle gemeinsam auf den Galgenberg in Hundisburg und ließen sich vor Herrn Hauer (pensionierter Museumsleiter und Hobbyarchäologe) etwas über die Bestattungsriten aus den vergangenen Jahrhunderten berichten. Am Nachmittag ging es ins EHFA (Ein Haus für alle) in Haldensleben, in dem sich auch das Büro des Ambulanten Hospiz- und Trauerbegleitungsdienstes befindet. Dort gab es für alle Ehrenamtlichen und Koordinatoren aus Zerbst, Haldensleben und Magdeburg die Möglichkeit miteinander in den Austausch zu kommen sowie ein individuelles Lebensmosaik zu gestalten.

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