Magdeburg | 01.12.2011 von Christiane Darr
Pik ASZ und der Stein der Versöhnung
Magdeburger „Stolperstein" mit der Bitte um Versöhnung uberreicht
Ein Stein der Versöhnung und des Andenkens ist in der vergangenen Woche aus dem Malteser Pik ASZ in das ukrainische Perejaslaw- Chmelnitzky gereist. Aus Spendenmitteln stifteten die Senioren des Pik ASZ einen „Stolperstein" und beteiligten sich somit an der Verlegung einer der ersten Stolpersteine in der Ukraine überhaupt.
Der Stein ist Gregori Beljaew gewidmet, der als Chefarzt eines Krankenhauses mehr als eintausend von Deportation nach und Zwangsarbeit in Deutschland bedrohten jungen ukrainischen Männern ein Attest zur Arbeitsuntauglichkeit ausstellte und sie somit vor dem drohenden Tod bewahrte. 1942 wurde er verraten und erschossen.
Das Pik ASZ beteiligt sich aktiv an der Aufarbeitung der Geschehnisse und Folgen des Zweiten Weltkriegs, die in den meisten Biographien der Magdeburger Senioren eine große Rolle spielen. Viele Seminare zu den verschiedenen Facetten von Demokratie, Bildungsfahrten zum Holocaustmahnmal in Berlin, Zeitzeugengespräche zwischen den Generationen und die Beteiligung an der jährlichen Meile der Demokratie sind nur einige Aktionen aus diesem Jahr. Die Katholische Erwachsenenbildung und die Bildungsvereinigung Arbeit und Leben sind hier unerlässliche Partner!
Während der Seminare wuchs die Idee, sich an dem Kunstprojekt „Stolpersteine" des deutschen Künstlers Gunter Demnig zu beteiligen. Mit der Verlegung eines „Stolpersteins" wird an die Opfer der NS- Zeit erinnert.
Als Verlegeort wurde das ukrainische Perejaslaw- Chmelnitzky gewählt, da die „Bildungsvereinigung Arbeit und Leben" und die „Magdeburger ASZ" gemeinsam soziale Projekte mit Unterstützung der „Stiftung Erinnerung- Verantwortung- Zukunft" vor Ort initiieren.
Unter großer Anteilnahme konnten Oliver Braun, Leiter des Pik ASZ und Peter Wetzel, Bildungsvereinigung Arbeit und Leben, der Direktorin des städtischen Krankenhauses, Wirkungsstätte von Gregori Beljaew den Magdeburger „Stolperstein" mit der Bitte um Versöhnung zur Verlegung überreichen. Die Geste erhielt durch die Anwesenden hohe Anerkennung.
Die mittlerweile freundschaftliche Partnerschaft zwischen Magdeburg und Perejaslaw-Chmelnitzky zeigt, dass die Projekte zur Aufarbeitung der gemeinsamen Vergangenheit sehr erfolgreich sind. Dauerhafte Versöhnung stellt hier einen wichtigen Baustein im Fundament der Partnerschaft dar. Die Magdeburger Senioren haben in der letzten Woche dem Fundament einen weiteren Stein hinzugefügt.
Oliver Braun, Leiter Malteser Pik ASZ



